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Späne optimal betreut

: Proviso


Die ersten guten Erfahrungen mit Liqui Filter, in Österreich durch Proviso vertreten, hat Aberle Präzisionstechnik in Gutach bereits bei der Installation mehrerer Absauganlagen für über 20 Werkzeugmaschinen gemacht. Als es darum ging, eine Anlage zur fachgerechten Aufbereitung der monatlich über 20 Tonnen anfallenden Späne zu installieren, lag auf der Hand, die erfolgreiche Zusammenarbeit zu erweitern. Autor: Gerhard Maier / Redakteur NC Fertigung

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Über 20 Tonnen Späne unterschiedlichster Materialien und Spanform fallen bei Aberle in Gutach monatlich an. Bei sachgerechtem Umgang ein echter Wirtschaftsfaktor. Mit der Aufbereitungsanlage von Liqui Filter gelingt das Handling problemlos. (Bilder: NC Fertigung)

Über 20 Tonnen Späne unterschiedlichster Materialien und Spanform fallen bei...

Kaum jemand, der schon einmal im Berliner Sony-Center war, kann sich eines staunenden Blickes nach oben zur imposanten Dachkonstruktion erwehren. Einen wesentlichen Anteil am Bau dieser Konstruktion hatte dabei Aberle Präzisionstechnik. Etwa 14.000 Befestigungselemente aus Edelstahl steuerten die Schwarzwälder bei. Diese wurden in Gutach konstruiert und hergestellt. Das ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen man Produkten der Schwarzwälder Zerspanungsspezialisten begegnet, ohne es zu merken. Um auch schwierige gesamtwirtschaftliche Phasen zu überstehen, legt Aberle großen Wert darauf, sich branchenunabhängig zu machen. So beliefert Aberle nicht nur die Automobilindustrie, sondern ist unter anderem mit seinen Produkten sehr stark im Sanitärbereich vertreten.

Mit 130 Mitarbeitern und einem umfangreichen, modernen Maschinenpark, in dem man namhafte Hersteller wie Gildemeister, Index, Spinner oder Doosan findet – um nur einige zu nennen – fertigen die Schwarzwälder insgesamt tausende verschiedene Artikel. Aktuell werden zeitgleich zirka 200 verschiedene Artikel gefertigt. Etwa 70 %, allesamt Drehteile, davon gehen heute noch in den Automotive-Bereich, wobei sich immer mehr abzeichnet, dass es eine Verschiebung, hin zu einem ausgewogenen Verhältnis, mit den Artikeln für den Sanitärbereich geben wird.

Späne-Aufbereitung und -Vermarktung

Wer das ganze Jahr über so viele verschiedene Artikel produziert, der produziert auch Späne. Und das in rauen Mengen. Neben unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Edelstahl, Aluminium oder Messing fallen natürlich auch die unterschiedlichsten Spanformen an, die dann fachgerecht
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aufbereitet werden wollen. Allein 20 Tonnen Stahlspäne fallen so monatlich bei Aberle an. Dazu kommen noch drei Tonnen Messing und ein etwas kleinerer Teil an Aluminiumspänen. Dabei ist man sich in Gutach bewusst, dass, gerade beim Preisdruck der im Automotive-Bereich herrscht, die fachgerechte Aufbereitung der Späne und die dazugehörige Vermarktung ein wesentlicher Bestandteil produktiven Arbeitens ist.

Die Anforderungen an die Späne-Aufbereitungsanlage waren schnell klar. Einerseits musste ein möglichst geringer Restfeuchtegehalt bei den Spänen erzielt werden, um beim Verkauf keine Preisabschläge hinnehmen zu müssen. Andererseits sollte so viel wie möglich des bei Aberle verwendeten Schneidöls wieder zurückgewonnen und in den Kreislauf zurückgeführt werden. Wie es nun zur Zusammenarbeit mit der Liqui Filter GmbH aus Engen kam, erklärt Klaus Decker, Projektleiter Technik bei Aberle: „Natürlich haben wir uns mehrere Firmen angesehen. Dabei war uns auch die räumliche Nähe wichtig, um im Problemfall schnelle Reaktion zu ermöglichen. Entscheidend war aber auch, dass wir mit Liqui Filter schon Erfahrungen hatten. Einige Zeit vorher haben wir uns für mehrere Luftabsauganlagen von Liqui entschieden. Diese Absauganlagen sind das Beste, was wir bisher auf diesem Gebiet im Einsatz hatten. Mit diesen guten Erfahrungen haben wir uns dann letztlich auch für die Späne-Aufbereitungsanlage von Liqui entschieden.“

Zudem wurde laut Klaus Decker die Anlage komplett nach den Vorstellungen von Aberle konzipiert. „Wir arbeiten bei Aberle ausschließlich mit Schneidölen. Uns war wichtig, dass wir die Späne so trocken wie möglich bekommen und dabei natürlich möglichst viel Öl wieder zurückgewinnen“, erklärt Klaus Decker, worauf es bei der Konzeption der Anlage ankam. „Wir erreichen einen Restfeuchtegrad von etwa 2 % und gewinnen bis zu 98 % des eingesetzten
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Klaus Decker (li.), Projektleiter Technik bei Aberle, und Jürgen Baier vom Technischen Vertrieb bei Liqui, sorgen in enger Kooperation dafür, dass die Aberle-Späne im optimalen Zustand wieder vermarktet werden können.

Klaus Decker (li.), Projektleiter Technik bei Aberle, und Jürgen Baier vom...

Öls wieder zurück.“ Wer nun glaubt, das ist ganz einfach, der irrt. Schließlich hat man es im Falle von Aberle mit unterschiedlichen Materialien, unterschiedlichen Spanformen und zudem mit verschiedenen Schneidölen zu tun.

„Der Idealfall wäre natürlich, wenn wir nur ein Material und ein Schneidöl zu verarbeiten hätten. Da haben wir es bei anderen Anlagen schon zu einer Restfeuchte von 1,2 % gebracht. Schwieriger wird es hier. Hier haben wir unterschiedliche Materialien und zudem verschiedene Öle mit unterschiedlichen Viskositäten, mit denen wir arbeiten müssen. Um die Anlage hierauf optimal einzustellen, braucht man natürlich viel Erfahrung und vor allem eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden“, erklärt Jürgen Baier vom Technischen Vertrieb bei Liqui die Problematik.

Sortenreine Trennung der Späne

Die installierte Anlage läuft vollautomatisch, damit sich die Mitarbeiter bei Aberle ihren Kerntätigkeiten widmen können, und kann mit 250 kg/h befüllt werden. Dies geschieht bei Aberle mit einzelnen, an jeder Maschine stationierten Spänewägen. Über einen Spänebrecher gelangt das kostbare Gut zur Zentrifuge. Das dort abgeschiedene Öl wird separiert, gefiltert und kann dann wieder zum Einsatz gebracht werden. Die Späne werden je nach Sorte in die entsprechenden Container im Hof geleitet. Hier war sicherzustellen, dass die Späne auch sortenrein getrennt in den Containern ankommen, da im Falle gemischter Späne wieder mit Abschlägen beim Verkaufspreis zu rechnen ist.

„Wir hatten früher einige
Probleme mit vermischten Spänen. Die Firma Liqui hat für uns durch die Soft- und Hardware das Problem gelöst. Dazu wurde noch eine Rückspülung integriert“, freut sich Klaus Decker. Mit der eingebauten Rückspülung kann nun die Spansorte innerhalb von 30 Minuten gewechselt werden. Die von Liqui selbst entwickelte Steuerung ist dabei intuitiv und leicht zu bedienen: das jeweilige Material ausgewählt, ein Knopfdruck, und los geht’s.

Seit 2011 ist die Anlage nun in Betrieb und sorgt durchgehend für Zufriedenheit bei Klaus Decker: „Die Entscheidung für einen Anbieter aus unserer Nähe hat sich ausgezahlt. Der Service von Liqui ist so, wie wir uns das vorstellen.“ Wie wichtig das Thema gut aufbereiteter und sortenreiner Späne für Aberle Präzisionstechnik ist, verdeutlicht der Hinweis von Klaus Decker auf die immensen Abschläge, mit denen zu rechnen ist, wenn ein Restfeuchtigkeitsgehalt von 2 % überschritten wird. 15% Abschlag seien es, sobald man die 2 % übersteigt, und mit wachsender Abweichung natürlich noch mehr. Bei gemischten Spänen sei der Preis von vornherein niedriger, was natürlich für eine gründliche Trennung der verschiedenen Materialien spricht. Eine lohnende Investition also für Aberle.

Über 20 Tonnen Späne unterschiedlichster Materialien und Spanform fallen bei Aberle in Gutach monatlich an. Bei sachgerechtem Umgang ein echter Wirtschaftsfaktor. Mit der Aufbereitungsanlage von Liqui Filter gelingt das Handling problemlos. (Bilder: NC Fertigung)
Klaus Decker (li.), Projektleiter Technik bei Aberle, und Jürgen Baier vom Technischen Vertrieb bei Liqui, sorgen in enger Kooperation dafür, dass die Aberle-Späne im optimalen Zustand wieder vermarktet werden können.
Der Artikelstamm bei Aberle Präzisionstechnik umfasst über 10.000 verschiedene Artikel.


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