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Keine Restschmutz trotz komplexer Sackbohrungen

16.06.2008: Map Pamminger


Braun Elektronik plus Feinwerktechnik ist ein Unternehmen, in dem nicht nur elektrische, mechanische und elektromechanische Baugruppen montiert, sondern weitgehend auch die dafür notwendigen Komponenten wie mechanisch bearbeitete Werkstoffe und Leiterplatten selbst gefertigt – und in der Elba von Mafac gereinigt - werden.

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Die meisten der bei Braun zu reinigenden Werkstücke weisen eine sehr komplexe Geometrie mit zahlreichen, unterschiedlich großen und tiefen Sackbohrungen auf.

Die meisten der bei Braun zu reinigenden Werkstücke weisen eine sehr komplexe...

„Alles, was in die Elba reinpasst, wird in der Elba gereinigt“, sagt Manfred Braun, Geschäftsführer von Braun Elektronik plus Feinwerktechnik. Seit einem Jahr ist das Zwei-Bad-Reinigungssystem der Firma Mafac aus Alpirsbach im Laupheimer Unternehmen im Einsatz. Gereinigt werden darin alle mechanisch bearbeiteten Teile, die in das Beschickungssystem eingelegt werden können – von Ringen für Roboter über Werkstücke für Hochdruckreiniger bis hin zu Motoren für Boote. Die Werkstücke sind vorrangig aus Aluminium, vereinzelt auch aus Edelstahl. „Ein wesentlicher Grund dafür, dass wir die Elba gewählt haben, waren Empfehlungen von Kunden, die mit Mafac-Maschinen sehr zufrieden waren“, so Manfred Braun.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte der Firma Braun Elektronik plus Feinwerktechnik 1995 – und wie so oft in ganz kleinem Rahmen. In einer 12 m² großen Werkstatt montierte Firmengründer Manfred Braun Baugruppen mit elektronischen und mechanischen Komponenten. Heute fertigt das Unternehmen mit seinen 55 Mitarbeitern weitgehend auch die dafür notwendigen Komponenten wie mechanisch bearbeitete Werkstoffe und Leiterplatten selbst. Zum Kundenkreis von Braun zählen unter anderem führende Hersteller aus der Halbleiterindustrie, dem Maschinen-Anlagen-Bau, der Freizeitbranche, der Industrie für erneuerbare Energien, der Messtechnik, dem Rennsport, der Medizintechnik und der Luft- und Raumfahrttechnik.

Auswahlkriterien

„Grundsätzlich haben wir uns aus Kostengründen für die Anschaffung einer auf wässeriger Basis arbeitenden Reinigungsmaschine entschieden“, sagt Manfred Braun. Vor Inbetriebnahme der Elba erfolgte die Reinigung mit Ultraschall „und da mussten die Teile anschließend abgetrocknet werden, was hohe Personalkosten
mit sich brachte“, erläutert der Geschäftsführer. Dass die Wahl auf ein Reinigungssystem der Firma Mafac fiel, hatte verschiedene Gründe. Ausschlaggebend war die besondere Verfahrenstechnik mit einem rotierenden Spritzsystem, das ein hervorragendes Reinigungsergebnis garantiert. „Wir haben keinerlei Probleme mit Restschmutz, auch nicht bei den Teilen mit komplexen Sackbohrungen“, sagt Manfred Braun. Hinzu kam ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - „andere Maschinen wären schon vom Unterhalt zu teuer gewesen“ - und die kompakte Bauweise.

Alle bei Braun mechanisch bearbeiteten Werkstücke werden, sofern es ihre Größe zulässt, in der Elba gereinigt. Die mittels Fünf-Achs-Bearbeitung hergestellten Werkstücke weisen zum Teil sehr komplexe Geometrien mit zahlreichen, unterschiedlich großen und tiefen Sackbohrungen auf. Ihr Umfang reicht von Durchmesser 3 mm bis hin zu 140 mm, bei einer Höhe von 400 mm. Zu 70 % sind die Teile aus Aluminium, zu 25 % aus Edelstahl – die verbleibenden 5 % entfallen auf Kunststoff, Messing und nicht rostende Stähle. Die Werkstücke weisen mittlere Verschmutzungen in Form von Ölen, Emulsion und Spänen auf. „Noch haben wir keine Kunden, die Restschmutzforderungen stellen, auch wenn immer häufiger nach der Reinigung gefragt wird. Außerdem werden die Aluminiumteile nach der Reinigung gebeizt und eloxiert. Auch deshalb haben wir kein Problem mit Restschmutz“, so Manfred Braun.

Arbeitsablauf in der ELBA

Zwischen 300 und 400 Werkstücke werden im Tagesdurchschnitt in der Elba gereinigt. Dafür sind zwölf Programme eingespeichert, deren Dauer zwischen acht und zehn Minuten liegt. Die beiden Bäder – Mediumtank eins mit einem Fassungsvermögen von 475 Litern und Mediumtank zwei mit 300 Litern – werden sowohl im Reinigungs- als auch Spülprozess eingesetzt (Dauer zwei Minuten). Die vermehrte Dauer der gesamten Reinigungszeit ergibt sich ausschließlich durch eine Verlängerung der Trocknungszeit.

Während der beiden Nassphasen werden die verschiedenen
Verfahrenstechniken der Elba in unterschiedlichem Umfang genutzt. Da die meisten der zu reinigenden Werkstücke eine empfindliche Geometrie mit einer Oberfläche aufweisen, die keinerlei Beschädigung erhalten darf, steht das Beschickungssystem meist, während das Spritzsystem rotiert. In Einzelfällen wippt das Beschickungssystem oder rotiert gegenläufig zum rotierenden Spritzsystem. Das ist eine von Mafac entwickelte und patentierte Verfahrenstechnik.

An die Reinigung schließt die Trocknung an, die je nach Programm zwischen vier und sechs Minuten läuft. Sie erfolgt in einem zweigliedrigen Prozess. Zuerst werden die Werkstücke mittels Impulsblassystem mit Druckluft über ein rotierendes Blassystem impulsartig abgeblasen, anschließend über das Heißblassystem mit erhitzter Druckluft beaufschlagt. Das Beschickungssystem bewegt sich entsprechend der Nassphase – in der Regel steht es, in Einzelfällen wippt oder rotiert es. Das Blassystem rotiert in allen Fällen.

Ausstattungsmerkmale

Beide Bäder der installierten Elba werden mit Regenwasser gespeist. Mediumtank eins, das Reinigungsbad, ist bei Braun mit einem Reinigungsmedium in dreiprozentiger Konzentration versehen – Mediumtank zwei hat normalerweise keinen Zusatz. Nur in Ausnahmefällen wird ein Konservierungsmittel zugegeben. Die Badstandzeiten liegen bei sechs Wochen. Die Grob- und Feinabscheidung skimbarer Verunreinigungen erfolgt über einen Koaleszenzabscheider mit Oberflächenschlürfer. Die abgeschiedenen Öle und Fette werden in einem separaten Behälter gesammelt. Beide Mediumtanks sind mit einer Vorfiltration ausgestattet.

Die Elba wird bei Braun von einem eigens hierfür zuständigen Mitarbeiter bestückt, der auch für die Wartung zuständig ist. Sie ist mit der Maviatic, dem neuesten Touch-Screen-Bedienersystem der Firma Mafac ausgestattet, über das die Programme in Windows „Look&Feel“ anwenderfreundlich eingespeichert und aktiviert werden.

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