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Dürr Ecoclean: Standardisierte Restschmutzbestimmung und VOC-Richtlinie

08.07.2004: Dürr Ecoclean


Seminar bei Dürr Ecoclean in Filderstadt. Auf die Anwender industrieller Reinigungstechnik kommen aus unterschiedlichen Richtungen höhere Anforderungen zu: Einerseits sind bei der Teilereinigung verstärkt genau definierte Reinheitsgrade zu erfüllen und nachzuweisen.

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Andererseits haben sich bei der Reinigung mit Lösemitteln durch die verschärfte Umweltgesetzgebung Veränderungen ergeben. Restschmutzbestimmung und Anwendung der VOC-Richtlinie waren die Themen eines ganztätigen Seminars, das vom Reinigungsanlagenhersteller Dürr Ecoclean GmbH in Filderstadt mit Referenten aus Forschung, Industrie und Politik Mitte Mai durchgeführt wurde.


Sauberkeit von Bauteilen und Komponenten gewinnt in der Fertigung und insbesondere in der Automobilindustrie stetig an Bedeutung. Für produzierende Unternehmen entsteht dadurch die Aufgabe, geforderte Restschmutzwerte nicht nur zu erzielen, sondern dies auch nachzuweisen. Neben effizienten Reinigungstechnologien sind dazu Prüfverfahren erforderlich, die zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Um bei der Restschmutzbestimmung zu einer Vereinheitlichung zu kommen, entstanden in den letzten Jahren neue Regelwerke.

Standardisierte Sauberkeitsprüfung in der Automobilindustrie

Christian Ernst, Diplom-Ingenieur beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) stellte den 55 Teilnehmern im ersten Teil des Seminars die neuen Richtlinien VDA 19 und ISO 16232 vor. Sie regeln die technische Sauberkeit von Bauteilen hinsichtlich des Vorhandenseins von Partikelrückständen aus dem Herstellungsprozess und der Umgebung. Die Richtlinien wurden mit dem Ziel geschaffen, die Aussagekraft und Vergleichbarkeit von Prüfergebnissen zu fördern sowie eine einheitliche Darstellung und Pflege von Sauberkeitsspezifikationen für funktionsrelevante Bauteile in der Qualitätskette der Automobilindustrie zu gewährleisten. Anwendung finden die neuen Normen bei funktionalen Bauteilen und Erzeugnissen
für Fluidsysteme für Gase und Flüssigkeiten wie beispielsweise Motorenkernteile, Hydraulikteile, Getriebe, Pumpen, Injektoren, Kraftstoffleitungen, Filter, Kühler etc. Welche Bedeutung das Thema Teilereinheit und Sauberkeitsprüfung in der Praxis hat, machte Claas-Hinrich Gösel von der ZF Schwäbisch Gmünd, am Beispiel von automatischen Nutzfahrzeuggetrieben deutlich. Beim ZF Ecomat können bereits Restverschmutzungen im Bereich zwischen 10 und 15 µ zum Ausfall des gesamten hydraulischen Systems führen. Der Diplom-Ingenieur stellte auch Maßnahmen vor, die das Unternehmen ergriffen hat, um die Teileverschmutzung während der Fertigung zu minimieren, die Qualität der Reinigung zu maximieren und dokumentieren.

Auslegung der VOC-Richtlinie

Ziel der europäischen VOC-Richtlinie ist die dauerhafte Reduzierung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen. In Deutschland wurde sie mit der 31. BImSchV und der novellierten 2. BImSchV in nationales Recht umgesetzt. Obwohl diese „Lösemittel“-Verordnungen bereits seit nahezu drei Jahren in Kraft sind, bestehen noch immer Unklarheiten. Im zweiten Teil des Seminars informierte Birgit Mahrwald vom Umweltbundesamt in Berlin über die aktuellen Anforderungen, die die neue Gesetzgerbung an die Betreiber von Kohlenwasserstoff- und Chlorkohlenwasserstoff-Anlagen zur Oberflächenreinigung stellt. Im Anschluss daran berichtete Dipl.-Ing. Birgit Fruggel, zuständig für die Entwicklung Produktionsverfahren und Reinigungstechnologie bei der INA-Schaeffer KG, Herzogenaurach, über die Interpretation der VOC-Richtlinie bei INA. Der Erfahrungsbericht von Konrad Köberle, Diplom-Ingenieur im Bereich Oberflächen- und Wärmetechnik bei der Robert Bosch GmbH, über die Teilereinigung mit organischen Lösemitteln nach der VOC-Richtlinie enthielt für die Seminarteilnehmer ebenfalls viele wertvolle Informationen. So stellte er beispielhaft dar, wie durch Umbaumaßnahmen in der Abluftführung die Anforderungen der 31. BImSchV erfüllt werden konnten. Im letzten Vortrag des Seminars nahm Dipl.-Ing. Ralf Dienel von der Dürr Ecoclean GmbH die Komponenten einer Reinigungsanlage und ihren Einfluss auf die Emissionen unter die Lupe. Darüber hinaus informierte er über Möglichkeiten, Reinigungsanlagen hinsichtlich Lösemittelverbrauch und Emissionsentstehung zu optimieren.

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p2c.jpg Die parts2clean bietet ihren Besuchern die einmalige Gelegenheit, sich durch die praxisorientierte Vorträge namhafter Experten aus Industrie, Wissenschaft und Forschung einen umfassenden Überblick zu aktuellen Entwicklungen, neuen Anforderungen und Trends in der Reinigungstechnik zu verschaffen. Die Sonderschau zur Prozesskette der industriellen Teilereinigung bietet darüber hinaus Anregungen und Know-how, den eigenen Reinigungsprozess zu optimieren.
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