Da es kein Patentrezept für die wirtschaftliche Erzielung vorgegebener Sauberkeitsanforderungen gibt, erfordert jede Reinigungsaufgabe eine individuell abgestimmte Lösung aus Verfahrenstechnik, Reinigungsmedium und –behältnis. Ob Werkstücke als Schüttgut oder gesetzte Ware im Batchprozess gereinigt werden, hängt einerseits von deren Geometrie und Empfindlichkeit, andererseits von der geforderten Reinheit ab. In beiden Fällen unterstützt ein Reinigungsbehältnis, in dem die Teile von allen Seiten gut vom Reinigungsmedium umspült werden, den Prozess. Diese gute Zugänglichkeit zahlt sich auch bei der erforderlichen Trocknungszeit sowie einer geringeren Medienverschleppung aus, so dass kürzere Zykluszeiten beziehungsweise ein höherer Durchsatz und längere Badstandzeiten möglich sind.
Bei Teilen mit komplexer Geometrie und hohen Reinheitsanforderungen bietet sich die Einzelteilreinigung im Nassprozess mit wässrigen Reinigern oder Lösemitteln an. Sie ermöglicht die gezielte Behandlung von Kanälen, Bohrungen, Hinterschneidungen und Funktionsoberflächen. Neben diesen Gründen spricht die Vermeidung von Beschädigungen durch unnötiges Teilehandling für die Einzelteilreinigung.
Die Reinigung mit überkritischem Kohlendioxid gewinnt an Bedeutung. „Überkritisch“ deshalb, weil das Kohlendioxid in einem Aggregatszustand eingesetzt wird, in dem seine physikalischen Eigenschaften zwischen der flüssigen und gasförmigen Phase liegen. Das CO2 besitzt in diesem Zustand nur eine geringe Viskosität und Oberflächenspannung. Dadurch können nicht polare Verunreinigungen wie Öle und Fette selbst aus kleinsten Spalten und Poren sowie von porösen Oberflächen entfernt werden.
Funktionsflächen gezielt reinigen spart Kosten
Die selektive Reinigung bestimmter Bauteilbereiche wie beispielsweise Dicht-, Füge- und Klebeflächen sowie Laserschweißflächen kann ebenfalls zu einer Zeit- und Kostenersparnis führen. Denn in diesen Fällen ist der erforderliche Kosten- sowie Zeitaufwand, um beim gesamten Bauteil den für die Funktionsfläche geforderten Reinheitsgrad mit der klassischen wässrigen oder Lösemittelreinigung zu erzielen, meist sehr hoch. Die Reinigung erfolgt hier meist produktionsintegriert mit CO2-Schneestrahl-, Laser- oder Plasmaverfahren. Ein weiterer Vorteil der fertigungsintegrierten Funktionsflächenreinigung ist die „just-in-time“ Reinigung, die Maßnahmen für die Reinhaltung der Oberfläche nach der Reinigung und beim Transport überflüssig macht.
Erstmals mit Themenpark COROSAVE
Auf der parts2clean wird es in diesem Jahr erstmals den Themenpark „COROSAVE“ geben. Er widmet sich dem temporären Korrosionsschutz, der Konservierung und Korrosionsschutzverpackungen und stellt damit Lösungen zur Vermeidung von Korrosion während der Produktion, dem Transport und der Lagerung vor. Ein Thema, in dem branchenübergreifend ein erhebliches Potenzial steckt, um Kosten einzusparen und die Betriebssicherheit von Systemen und Komponenten zu erhöhen.
Umfangreiches Know-how rund um die Reinigung in der Produktion bieten das dreitägige parts2clean Fachforum und die Sonderschau zur Prozesskette für anforderungsgerechte und wirtschaftliche Bauteilsauberkeit.
Wie lässt sich also der geforderte Reinheitsgrad ökonomisch und ökologisch sinnvoll erzielen? Antworten darauf geben die Aussteller der parts2clean mit einem Überblick über neueste Entwicklungen und den Stand der Technik.