Qualität und Lebensdauer erhöht
Chirurgische Instrumente müssen bis ins kleinste Detail extrem sauber sein. Gleichzeitig brauchen sie eine Oberfläche, die den immer aggressiveren Reinigungsmitteln im Krankenhaus auf Dauer standhält. Um beides effizient zu erzielen, nutzt ein international tätiger Hersteller ein wässriges Reinigungssystem mit integrierter Passivierung.

Durch die wässrige Reinigung mit integrierter Passivierung erfüllen chirurgische Instrumente hohe Anforderungen an die technische Sauberkeit und die Lebensdauer. Bildquelle: Lawton
Durch die wässrige Reinigung mit integrierter Passivierung erfüllen chirurgische...
Rund 16.000 verschiedene Instrumente und Spezialprodukte für die offene und minimal invasive Chirurgie umfasst das Programm der Lawton GmbH & Co. KG. Entwickelt und gefertigt werden die Scheren, Klemmen, Pinzetten, Haken, Nadelhalter etc. aus Titan, unterschiedlichen Spezialstählen und Keramik am Unternehmenssitz im württembergischen Fridingen. Dabei ermöglicht der Einsatz modernster Fertigungstechnologien auch die Herstellung innovativer Multifunktionsinstrumente wie beispielsweise bipolarer Scheren, mit denen gleichzeitig geschnitten und die Blutung gestillt werden kann. Der Vertrieb erfolgt in 90 Ländern rund um den Globus.
Immer wichtiger: Reinigung und Passivierung
„In unserer Fertigung spielt die Reinigung eine immer bedeutendere Rolle. Denn gerade bei beweglichen Instrumenten wie Scheren ist es enorm wichtig, dass sie auch im Schluss absolut sauber sind. Darüber hinaus gewinnt das Thema Passivierung an Bedeutung“, berichtet Reiner Haag, Geschäftsführer bei Lawton. Letzteres liegt daran, dass in Krankenhäusern zunehmend aggressivere, teilweise hochalkalische Reinigungsmedien eingesetzt werden müssen, um Keime abzutöten. Diese Medien greifen die Oberfläche der Instrumente an, was zu Lasten deren Lebensdauer gehen kann. Durch eine zusätzlich aufgebrachte Passivschicht besteht ein besserer Schutz gegen diese chemischen Attacken.
Um einerseits die Kapazität zu erweitern und andererseits die Qualität weiter zu erhöhen, investierte Lawton in ein neues System für die Endreinigung und Passivierung der Instrumente. Wesentliche Anforderungen dabei waren neben der zuverlässigen Abreinigung von Rückständen des Polier- und Bearbeitungsmediums, 
Die Anlage mit sechs Becken ermöglicht Reinigungs- und Passivierungsprozesse mit automatisiertem Warentransport.
Bildquelle: Roll
Die Anlage mit sechs Becken ermöglicht Reinigungs- und Passivierungsprozesse...
einer hochwertigen Ausführung und hohen Verfügbarkeit der Anlage, dass der Prozess automatisch erfolgt. „Wir haben mit mehreren Anlagenbauern gesprochen und uns dann für die Lösung der Karl Roll GmbH entschieden. Ausschlaggebend dafür war zum einen das Konzept der Anlage. Eingeflossen in die Entscheidung sind auch die guten Erfahrungen mit den beiden Anlagen dieses Unternehmens, die bei uns seit vielen Jahren im Einsatz sind“, erklärt Reiner Haag.
Barcodegesteuerter Prozess
Die mit Roll konzipierte Mehrkammer-Tauchanlage verfügt über sechs Becken und ermöglicht einen Durchsatz von 18 Chargen pro Stunde, wobei das maximale Chargengewicht bei 20 kg liegt. Für die Reinigung werden die Instrumente in speziellen, 550x300x400 mm (LxBxH) großen Warengestellen platziert. Die Zuführung der Gestelle erfolgt über eine Rollenbahn, die auf der Be- und Entladeseite einen Puffer von 10 Chargen ermöglicht. Um eine optimale Behandlung der unterschiedlichen Instrumente zu gewährleisten, sind in der Anlagensteuerung teilespezifische Programme hinterlegt. Die Auswahl des jeweiligen Programms erfolgt automatisch durch einen Barcode, der über ein Lesegerät an die Steuerung gemeldet wird.
Zunächst durchlaufen die Instrumente ein alkalisches Reinigungsbad und Vorspülbad, das jeweils mit einer Ultraschalleinrichtung ausgestattet ist. Nach dem anschließenden Feinspülschritt werden die Warengestelle in das Passivierungsbad transportiert. Die Passivierung und das folgende Vorspülbad sind ebenfalls mit Ultraschall ausgestattet. Nach dem abschließenden Feinspülen wird getrocknet. Um auch bei sehr filigranen Instrumenten eine effektive Trocknung zu erzielen, ist die Anlage mit einem Warmluft-/Vakuumtrockner ausgestattet. Diese Kombination bietet auch den Vorteil, dass die Instrumente kühler aus der Anlage kommen und schneller weiter bearbeitet und verpackt werden können. Der automatische Transport der Warengestelle durch die Anlage erfolgt mit Förderrechen. Je nach Programm können die Chargen an jeder Station aus dem Prozess herausgefahren oder einzelne Stationen ausgelassen werden.
„Vor dem Verpacken werden die Instrumente bei uns visuell kontrolliert. Dabei konnten wir feststellen, dass wir durch die neue Anlage eine weitere Qualitätssteigerung erzielt haben“, so der Geschäftsführer.
Optimale Badpflege sichert Ergebnis
Um eine optimale Konzentration der Reiniger- und Passierkomponente sicherzustellen, wird der pH-Wert der Bäder permanent überwacht und die Medien bei Bedarf automatisch zudosiert. Die Feinspülphasen nach der Reinigung und Passivierung erfolgen mit voll entsalztem (VE) Wasser. Es wird im Kreislauf geführt und mindestens dreimal pro Stunde über Aktivkohle- und Mischbett-Ionenaustauscher umgewälzt. Einen wesentlichen Beitrag zur hohen Reinigungsqualität und langen Badstandzeit leistet auch die hochwertige Filtration, die mit Beutel- und Kerzenfiltern realisiert wurde.

Durch die wässrige Reinigung mit integrierter Passivierung erfüllen chirurgische Instrumente hohe Anforderungen an die technische Sauberkeit und die Lebensdauer. Bildquelle: Lawton

Die Anlage mit sechs Becken ermöglicht Reinigungs- und Passivierungsprozesse mit automatisiertem Warentransport.
Bildquelle: Roll